Land und Leute


Land und Leute

Die Kei Inseln befinden sich in den Süd-Molukken (Maluku Tenggara) und sind umgeben von der Banda See, der Arafura See und der Timor See.

Kei Kecil, wo wir unsere Tauchbasis haben ist größtenteils eine christliche Gegend. Unser kleines Dorf ist zum Beispiel katholisch mit Sonntagsmesse und allem drum und dran. Auf den drei Inseln Kei Kecil, Kei Besar and Dullah sind die Religionen gemischt, 45% Katholiken, 30% Protestanten and 25% Muslim – und es gibt hier sogar eine alte Bali Hindu Gemeinde, die balinesische Auswanderer vor 300 Jahren gegründet haben.

Obwohl die Molukken (oder auch ‚Gewürz-Inseln‘) berühmt für ihre Spezialitäten sind (z.B. Muskatnuss, Nelken und Stangenzimt), haben die Kei Inseln niemals wirklich an diesem Warenverkehr teilgenommen. So sind die Kei Inseln bis heute als Destination unentdeckt.

Mehr als 80% der Leute hier arbeiten in der Regionalverwaltung, es gibt auch ein bisschen Fischerei, Landwirtschaft, Seegras-Farmen und Perlenzuchten.

Das Klima hier ist mild und nicht ganz so stickig-heiss, wie man das aus anderen tropischen Gegenden kennt. April bis September gibt es konstanten Ost-Wind, Oktober bis März West-Wind,, das heisst es weht immer eine leichte Briese. Januar und Februar frischt der Wind auf und bringt ergiebige Regenfälle.

Die ganze Gegend hier ist ein noch unentdecktes Juwel.. Für indonesische Verhältnisse ist die Anreise einfach (was nichts anderes heisst, dass man am gleichen Tag ankommt, an dem man losgeflogen ist, es bedeutet auf gar keinen Fall, das Reisen in Indonesien einfach ist).

Wenn Ihr schon einmal Indonesien bereist habt, dann wisst Ihr, das Ihr eine Menge unglaublich freundlicher und neugieirger Menschen treffen werdet, immer lächelnd und lachend, aber auch eine Menge ‚Hello Mister!‘. Falls Ihr das erste Mal hier unterwegs seid, gibt es weiter unten einen kleinen Schnell-Kurs.

Keine der Unterkünfte bietet westliche Standards – erwartet kaltes Wasser mit Mandi-Dusche (kleine Schöpfkelle, die man sich als Dusch-Ersatz über den Kopf giesst), keine Toilette mit Spülkasten, krass bunte Bettwäsche und viel Lärm und Krach überall – Indonesien ist ein lautes Land. Es gibt hier leckeres authentisches Essen und keinen Alkohol ausser Bier und einer lokalen Spezilität, die hier ‚Sopi‘ heisst.

Bitte erwartet nicht, dass in Eurem Urlaub alles sofort klappt. Mal wartet man auf den Fahrer, mal aufs Boot, mal aufs Essen – aber man wird in jedem Fall immer warten. Die Indonesier machen sich selber über ihre Unpünktlichkeit lustig und nennen das ganze ‚jam karet‘: Gummi-Zeit. Bleibt entspannt und höflich, geniesst eine der schönsten Gegenden Indonesiens und die fantastischen Strände und eine atemberaubende Unterwasser-Welt.

Geniesst Euren Aufenthalt! Selamat datang!

Schnell-Kurs:

Natürlich ist es sehr reizvoll und wird ja vor allem auch immer seltener, einen noch so unberührten Flecken Erde zu besuchen, wie es Kei Kecil ist. Wer also auf der Suche nach einem wirklich authentischen, ursprünglichen Reiseziel ist, ist hier genau richtig!

Zunächst mal solltet Ihr Euch darauf einstellen, dass westliche Touristen hier noch eine Ausnahme darstellen. Das heißt, Ihr werdet sicherlich auf große Neugier stoßen und wie eine Attraktion für die Inselbewohner erscheinen. Keine Sorge, Ihr werdet nicht auf Schritt und Tritt verfolgt werden – vor allem unter der Woche hat man in den Unterkünften und am Strand seine Ruhe. Das heißt, man ist dann so gut wie allein am wunderschönen Strand.
An den Wochenenden hingegen, ist damit zu rechnen, dass die Einheimischen – vor allem Sonntags – am Strand Picknick machen. Sie lieben es dann, Kontakt aufzunehmen. Das kann man sich so vorstellen, dass sie anfangen ‚Hello Mister‘ zu rufen (auch ggü. Frauen) oder auch Selfies mit einem machen wollen. Fotos werden oft ohne zu fragen gemacht – dabei kann es vorkommen, dass man einfach einen Arm umgelegt bekommt. Selbstverständlich kann man das aber auch höflich ablehnen. Das Wort dafür ist ‚Tidak‘ (wird immer benutzt, wenn es um Nein/nicht/kein geht). Ein guter Satz ist zum Beispiel: Saya tidak mau. Das bedeutet: Ich möchte nicht. Diese Bitte wird auch respektiert. Gern versuchen die Inselbewohner auch, ihr Englisch – sofern vorhanden – an einem zu testen. Es ist in der Regel nicht sehr viel, kann aber gerade deshalb für alle Seiten Spaß bringen. Zur Kontaktfreudigkeit der hier Ansässigen gehört ebenfalls, dass sie einem freundlich zuwinken oder dass Ihr sogar zu den Picknicks eingeladen werdet.

Man stellt als Urlauber auch bei Fahrten in die Stadt (z.B mit dem Moped) eine Attraktion dar. Auch hier stellt Euch bitte darauf ein, dass die Menschen Euch anstarren, Euch zuwinken und lachend ‚Hello Mister!‘ rufen. Als Besucher hat so ein Bad in der Menge, zum Beispiel bei einem Marktbesuch in der Stadt, sicherlich seinen Reiz. Und wer sich bei solchen Gelegenheiten sehr unwohl fühlt, kann auf den Marktbesuch verzichten und im Supermarkt einkaufen.

Eine weitere Besonderheit der Menschen auf Kei Kecil ist ihre Hilfsbereitschaft. Springt Dein Moped z.B. nicht an, dauert es in der Regel nicht lang bis ca. 5 Männer gleichzeitig und ohne, dass man danach fragen muss, versuchen zu helfen. In dem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass Indonesier sehr viel Wert auf Gemeinschaft legen. Das äußert sich darin, dass sie eigentlich so gut wie nie alleine sind, alles gemeinsam machen. Die im Westen zum Teil so hoch geschätzte selbstgewählte Einsamkeit, wird in dieser Kultur nicht so verstanden. Das heißt zum Beispiel, dass eine einzelne Person allein am Strand als eine traurige, einsame Person aufgefasst wird – und da sie ja so hilfsbereit sind, ist auch sonnenklar, dass sie dann was dagegen tun müssen – und sich dazusetzen.

Wir hoffen daher, dass wir Dir mit diesem kleinen Crashkurs in ‚interkulturellen Angelegenheiten‘ ein bisschen dabei helfen können, solche Situationen besser zu verstehen und so Deine Zeit bei uns so angenehm und bereichernd wie möglich zu machen!

Bestimmte Dinge solltet ihr auch bezüglich Eurer Kleiderwahl beachten.
Zum Beispiel ist es für Frauen empfehlenswert bei Stadtbesuchen lieber auf Hotpants und Minirock zu verzichten und stattdessen eher zu knielangen Röcken oder Hosen zu greifen. Zwar ist Kei Kecil zu 55% christlich geprägt, aber – ähnlich wie in manchen katholisch-konservativen Gegenden in Italien – darf man nicht von der im Westen sonst üblichen Freizügigkeit ausgehen. So muss man als westliche Frau auch damit rechnen, dass man in der Stadt mit einem Träger-Top und kurzen Shorts noch mehr Aufmerksamkeit erregt, als ohnehin schon.

Auch Männer sollten bitte nicht ohne Oberbekleidung herum laufen – außer natürlich am Strand, bei uns im Dive Center oder in den Unterkünften.